Kapelle St. Wendelin, Stalden

Menzingen

«St. Wendelin, verlass' uns nie,
schirm' unsern Stall, schütz' unser Vieh!»

(Bauernregel)

Das Kloster, als dessen Abt der hl. Wendelin nach der Legende gestorben ist, gilt als eines der ältesten Deutschlands. Wie heisst es?

Es ist das Kloster Tholey im Saarland bzw. die Benediktinerabtei St. Mauritius im Bistum Trier. 634 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Als das älteste Kloster der Schweiz gilt die Abtei Saint-Maurice der Augustiner-Chorherren im Wallis, die bereits 515 erstmals erwähnt wird.

In den Akten werden neun Männer namentlich erwähnt, die auf unterschiedliche Weise 1597 zum Bau dieser stattlichen Kapelle an aussichtsreicher Lage beigetragen haben, sei es durch das Stiften des Grundstücks oder eines Altars, der Reliquie oder des Glöckleins. Anlass war die gelungene Zähmung eines Stiers, die sie wohl als Wunder erlebt hatten. Danken wollten sie damit dem heiligen Wendelin, dem Patron der Hirten, Schäfer und Bauern, aber auch der Herden sowie des Viehs, der ihnen offensichtlich geholfen hat.

Während zwanzig Jahren stand bei der Kapelle in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch ein Waldbruderhaus, wie bei einer ganzen Reihe von Flurkapellen im Kanton Zug (Verenakapelle am Zugerberg, Kapelle St. Jost auf dem Raten etc.).

Die heutige qualitätsvolle, farbenfroh-barocke Ausstattung, die auf die Zeit um 1750 zurückgeht, verdankt sich ebenfalls frommen Stiftungen. Das Relief auf dem Hochaltar hinter dem fein durchgeformten Chorgitter zeigt, wie die Muttergottes dem hl. Wendelin erscheint. Wie dieser werden auch die beiden Heiligen, deren Statuen links von der Muttergottes aufgestellt sind, besonders in bäuerlichen Kreisen verehrt: die hl. Notburga sowie der hl. Antonius der Eremit (im Volksmund ‹Säulitoni› genannt›). Die Erstere wird besonders als Patronin der Dienstmägde, aber auch für eine gute Geburt, der Letztere besonders als Patron der Schweinehirten und Schweine angerufen.

Bemerkenswert ist der zwölfteilige Gemäldezyklus hinten in der Kapelle links. Er zeigt 12 Szenen aus der Legende des hl. Wendelin und erklärt sie mit gereimten Versen.

Hinweis: Dem hl. Wendelin ist auch die Kirche in Allenwinden geweiht sowie eine Kapelle in Hinterburg bei Neuheim.

Geschichten

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Der hl. Wendelin hat geholfen

Die Kapelle in Stalden wurde 1597 zum Dank für die Zähmung eines wilden Stiers errichtet und dem Bauernheiligen geweiht.

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Königssohn - Schafhirt - Abt; ein ungewöhnliches Leben

... erzählt die Legende des hl. Wendelin. Ein detailreicher Gemäldezyklus illustriert sie und gibt gereimte Erklärungen.

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Standort

Kapelle St. Wendelin
Stalden
6313 Menzingen

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Weiterführende Informationen

Literatur

  • Josef Grünenfelder, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, NA I, Basel 1999, S. 202-204.

Weblinks