Kirche St. Oswald

Stadt Zug

Die heiligen Michael und Georg - beide als Drachentöter - sowie Teufelsfratzen sollen am Westwerk der Kirche das Böse abwehren.


Der hl. Oswald ist der Patron von Stadt und Kanton Zug. Wo und wann hat er gelebt?

Der hl. Oswald hat in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts im heutigen England gelebt. Er war von 634-642 König des angelsächsischen Königreichs Northumbria. Da er im Kampf gegen das letzte heidnische Reich der Angelsachsen starb, gilt er als Märtyrer und wird als Heiliger verehrt.

Die Kirche St. Oswald ist der einzige erhaltene spätgotische Grossbau der Zentralschweiz. Neben dem Berner Münster gilt die St. Oswaldskirche gar als die schmuckvollste der Schweiz aus dieser Zeit. Die bewegte Baugeschichte, die sich ab 1478 über siebzig Jahre hinzog, ist aussergewöhnlich gut zeitgenössisch dokumentiert. Bauherr war der wohlhabende Zuger Theologe und spätere Stadtpfarrer, Meister Johannes Eberhart (1435-1497). Selbstbewusst liess er sich 1492 - im Jahr, in welchem Kolumbus Amerika entdeckte - auf dem Stifterbild in Anbetung des hl. Oswald und der hl. Anna selbdritt lebensnah porträtieren. Baumeister während der ersten beiden Bauphasen war Hans Felder, der auch die Kirche St. Wolfgang in Hünenberg und die Wasserkirche in Zürich erbaut hat.

Im Inneren dominieren heute optisch Ausstattungselemente aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie des 20. Jahrhunderts, insbesondere sind dies das grosse Gemälde des Jüngsten Gerichts am Chorbogen von Melchior Paul Deschwanden von 1866 sowie der Hochaltar von 1935. In expressionistischer Weise nimmt letzterer die Vorstellung des spätgotischen Figurenretabels auf. Vom selben Münchner Künstler, der den Hochaltar geschaffen hat, stammen auch die beiden Seitenaltäre beidseits des Chorbogens.


Geschichten

Bildergalerie

Kirche St. Oswald: Das Westwerk - Abwehr des Bösen

Nach Osten, zum Sonnenaufgang hin, sind christliche Kirchen ausgerichtet. Im Westen lauert das Böse, das es abzuwehren gilt.

Inhalte ansehen

Bildergalerie

Wunderbare Details - in der Kirche St. Oswald zu verweilen, lohnt sich

Gotische Bildwerke wollen durchaus Emo-tionen hervorrufen: angesichts ihres toten Sohnes das Mitleiden mit der Muttergottes.

Inhalte ansehen

Film

Ein Prunkstück der Kirche St. Oswald - der gotische Kreuzaltar

Aus der abgerissenen Kirche St. Michael hierher versetzt, erzählt er die Legende von der Auffindung des wahren Kreuzes.

Inhalte ansehen

Film

Die Schatzkammer von St. Oswald

Prächtige Silberfiguren und eine kostbare Monstranz aus der Barockzeit: Glanzstücke von Zuger Goldschmieden.

Inhalte ansehen

Standort

Kirche St. Oswald
Sankt-Oswalds-Gasse
6300 Zug

Google Maps

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Josef Grünenfelder, Kirche St. Oswald in Zug, Schweizerische Kunstführer, Serie 63, Nr 622/623, Bern 1998. (Bestellen)
  • Thomas Brunner, die Kirche St. Oswald in Zug 1478-1558. Bau- und kunstgeschichtliche Analyse einer spätgotischen Stadtkirche, Zug 2013.

Weblinks